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Das Gebiet der Verbandsgemeinde Neuerburg ist im Bildband „Neuerburger Land“ treffend und voller Liebe zur Heimat wie folgt beschrieben worden: Eigentlich müsste ein jeder die Gelegenheit haben, sich in Utscheid mit einem Segler emportragen zu lassen und tief unten dieses Ebenmaß zwischen Wald, Wiese und Acker zu empfinden. Er wird blicken auf sich nach Süden öffnende Bachtäler, geordnete Gewanne, markante Straßenzüge und Dorfbilder, die ihre architektonische Rundung allmählich aufbrechen - oder ist es der Versuch, die gestreuten Einzelgehöfte durch Lückenschluss einzufangen? Unser luftiger Schnupperkurs ist Ereignis und Erlebnis zugleich. Für Augenblicke ist die Verbandsgemeinde ein "Untertan" mit ihren Größen von 21 km N -> S und 19 km W -> O. Damit sind wir fast so groß wie Malta im Mittelmeer, das auf jeder Weltkarte - unbeachtet des Maßstabes - zu finden ist und feste Konturen da hat, wo die Wasser unumstößlich Grenzen ziehen. Wir unten sind grenzenlos, sind in eine feste Nachbarschaft einbezogen, sind unumstößlich integriert - kreisweit, landesweit, europaweit! Während der Pilot in seiner Begeisterung weitere Hinweise gibt, halten sich beim Betrachter Staunen, Ehrfurcht, Dankbarkeit und ein Stück Liebe die Waage. Nach wiedererlangter Bodenhaftung rührt sich fragendes Interesse. Erdkundebücher aus Schule und Studium, Broschüren, Eifel-Steckbriefe und -Literatur, Romane und zeitgenössische wie volkskundliche Schriften haben unser Gebiet zu fassen versucht. Sogar Gutachten sind erstellt worden. |
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Während
die Böden im Islek als nährstoffarm gelten
und durchsetzt sind von Tonschiefer, Grauwacken,
Quarzitstreifen, Verwitterungs-Lehm
und oberbodenarmen Skeletten, ist der Bekow
breitsohlig und für Anbau, Wachstum und
Ergiebigkeit geeigneter. Sogar Sonderkulturen
führten zu Erfolgen, Kleinklimate erhöhten
die Quoten, das "Mettendorfer Stufenländchen"
(Trias) und der diluviale "Goldene
Grund" von Obersgegen bis Niedersgegen mit einem starken Querpass nach
Geichlingen und dem
Lahrer Grund ließen Erntestolz aufkommen.
Auch das Lias-Land bei Hommerdingen,
Nusbaum, Kruchten und Biesdorf -wenn
auch grobkörnig und hart - gilt als gebefreudig.
Jetzt
könnte man meinen, die Isleker müssten auf
die "Südländer" neidisch werden, oder missbrauchten
die Bekow-Bauern ihren Standortvorteil zum abfälligen Kommentar? In
vielen Anekdoten und "Verzählchens",
in humorvollen Skizzen, Sketchen,
Theaterstücken, in witzigen
Dialogen und bei geselligen Kirmestreffen
schlägt die "geologische Handschrift" schon
mal Kapriolen. Neid - weit gefehlt! Die Isleker
lernten zeitlebens ihre Lektion mit Bravour,
sie machten alles wett durch zusätzlichen
Fleiß und etwas Pfiff.
Als dann die Düngemittel anrollten und tieferer Maschinengang ermöglicht wurde, kam es zum Gleichklang - eigentlich auf allen Gebieten. |
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Ganz
besondere Klammern und gemeinsame Lebensadern
zwischen Nord und Süd dürfen wir
nachfolgend beschreiben:
In
unserem Gebiet weit verbreitet sind Bäche und
Flüsschen, die rasch fließend und recht temperamentvoll
am Wald- und Wiesengrund nagen.
So ist ihr Bett geröllreich. Das Blubbern,
Plätschern und Rauschen, ihr Gurgeln und
Glucksen, ihr Hüpfen und Schäumen verzaubern
den Naturfreund und lassen innehalten.
Die Sprache der Bäche kann mitunter auch energisch werden; die Gewässer
werden wild -mit drohendem Zeigefinger.
Vorschnell und mit offensichtlich
unrichtiger Taktik haben wir den
Mäanderreichtum stoppen wollen, haben begradigt,
gebändigt und gebannt - Gehorsam verlangend! Wir haben
uns erkundigt und erhalten zur Antwort:
Gay, Enz, Our und auch Sauer
haben vom etymologischen Ursprung und Geheiß eine spezielle
Botschaft: Sie sind wild, flink,
dunkel, düster, haben geheimnisvollen, herben, verschlossenen
Charakter. Sie sind gierig, und
es gibt Ableitungen, die im Wort "Gay" diese Gier (z.B. "eijch
hunn gih Hunger") erkennen wollen. Wir haben zu lernen
von den Fangarmen des Wassers, wenn sich
alle Ungunstfaktoren wie Bodenfrost, Schneeschmelze,
Dauerregen und übertriebene Versiegelung
bündeln und uns den naturnahen Ausbau verdeutlichen. Dieser
naturnahe Ausbau ist ergreifend schlicht
eine Pflicht, der wir uns
unterziehen - sogar mit landesweiter Anerkennung.
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| Es sind Schlüsse gezogen worden, die den Erlebniswert der Bachlandschaft mit ihrer Reichhaltigkeit und Begegnungstiefe sichern. Pflanzengemeinschaften wurde und wird eine kontinuierliche organische Entwicklung belassen. Das Band der Eschen blieb vielerorts unangetastet, Weidenstöcke schießen, Haselnusssträucher und Dornengeheck umsäumen den Lauf; Brennnessel, Frauenfarn, Rippen-, Lappen- und Buchenfarn und der kräftige Pestwurz mit rhabarberähnlichen Riesenblättern besetzten Hang und Ufer. So mancher mit Kies und Sand gesättigte Gleithang lädt zur Nahbetrachtung des Wassers und einer hurtig davoneilenden Forelle ein. Libellen und Schmetterlinge finden sich kurz ein und kreuzen ihren Weg mit Wespen, Hummeln und Stechmücken. Fliegenschwärme beharren in ihrer Position. Gefährlich wird's, wenn eine Hornisse einen Landeplatz sucht. Auf einem dichten Moospolster gelingt lautlos die "Flucht", und der Bach entfaltet Stille. Nur ein "Noli-me-tangere"-Köpfchen rührt sich. Etwas seitwärts stehen Vogelkirschen, Brombeersträucher, Hagebutten und Schlehen - genau wie früher, als Hütejungen wussten, wo brütende Wildenten, Feldlerchen und Feldhühner besonderen Schutz brauchten. Und diese Schutzgedanken reifen gottlob. Schulklassen, Jugendgruppen, Vereine und engagierte wie auch kompetente Naturfreunde muten sich ein wichtiges Amt zu: Die Bachpatenschaft! Hintanstehen will und kann die große mit der Natur verbundene Solidargemeinschaft der 10.000 Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde Neuerburg nicht; Klärverfahren im administrativen Riesenpaket der Entwässerung sind ein Auftrag mit Langzeitwirkung bis weit ins nächste Jahrtausend. Enorm die Anstrengungen und Belastungen, global und kompakt die Antwort: Immerzu, mit der Natur auf DU! |
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Eingedenk
des erdgeschichtlichen Werdeprozesses,
der stetig seine Fortsetzung findet und den
Menschen als "strategische Mitte" einbezieht,
ist es begrüßenswert, dass Naturerleben und
Naturverstehen und darauf gründende Achtung
und Würde an einem besonderen Projekt
festgemacht werden. Unser Naturschutzzentrum Gaytal-Park wird
die Besucher einladen, die Landschaft
als ein in Jahrhunderten gewachsenes,
vernetztes und von den Generationen
geschaffenes System von Natur und Nutzung
begreifen zu können. Erkennen sollen wir
Einflüsse und deren Auswirkungen auf dieses
System, und wir wollen uns anregen lassen
zu verantwortungsvollem Handeln. Zu den
anzustrebenden Schlüsselqualifikationen gehören
Eigenverantwortung, sparsamer Umgang
in und mit der Natur, pflegliche Partnerschaft
und letztendlich das Spüren ihres Atems.
Drei
Säulen sind Eckpfeiler des sicherlich ehrgeizigen,
aber auch zeitgerechten und dringlichen Projektes. In Körperich-Obersgegen,
da wo
jahrzehntelang am 1. Fastensonntag das Burgfeuer
lodert und mit seiner Wärme dem Frühling
den Einzug erleichtert, ist dieses Naturschutzzentrum
mit weitreichender Akzentsetzung
entstanden.
Neben dieser Natur-Säule gibt es in Vianden mit der großartigen Burganlage, einer Hochburg für Konzerte, Ausstellungen und kulturelle Ereignisse, die sogenannte Kultur-Säule. Und in Verbindung mit dem Pumpspeicherwerk SEO Vianden (Societe Electrique de l´ Our), einem genialen technischen Meisterwerk, kommt es zur Technik-Säule. Fast klingt es philosophisch: Dreimal ruft der Berg. Das Dreigestirn, verehrte Leser, ruft und erwartet Sie. Es möge gestattet sein, diese hehre "Troika" um eine vierte Säule zu ergänzen. Es ist eine Säule mit geradliniger Festigkeit, mit bekennendem Glauben, mit Blickrichtung nach oben, mit einem "Memento homo" ganz besonderer Dimension. Neben Technik, Kultur und Natur sollte Platz bleiben - so wie es kraftvoll durch alle Jahrhunderte der Fall war - für die geistige und religiöse Kraft und Daseinsvorsorge. Wie beim Pumpspeicherwerk, bei der Burg Vianden und beim Naturschutzzentrum Gaytalpark ist die erhöhende Berg-Komponente gegeben.
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Auf
dem Berggrat "Op d'er Layen" in Roth versteckt
sich ein kulturhistorisches Kleinod; die dortige dreischiffige romanische
Basilika diente
als Pfarrkirche für Roth, Vianden, Bauler,
Rodershausen und Obersgegen. Um 1100
stand hier zunächst eine kleinere Steinkirche,
später erfolgten Um- und Anbauten. Wichtige
Stil-Epochen, ausgehend von romanischer Schlichtheit, weitergetragen von
gotischer Erhabenheit und angereichert
mit barocker Fülle,
fanden nicht nur beredten Niederschlag,
sondern geben Kunde und Beleg für kirchliche Baukunst.
Baumeister aus Lothringen, Trier und Echternach schufen diesen Ort der
Würde, des Gebetes und der festlichen Eucharistie.
Die benachbarte Komturei für Ordensritter, genannt seien die Templer,
Malteser und Johanniter, läßt den Schluss auf bedeutsame
Unterfangen und die Mithilfe bei Kreuzzügen
zu. Ein mediterranes Gehölz hatten zurückkehrende
Kreuzritter in der Satteltasche: Walnusssträucher, die bis heute in
Vianden aufhorchen lassen, wenn Zehntausende Besucher das
Städtchen zum einzigartigen Nussmarkt im Oktober eines
jeden Jahres ansteuern und sicherlesene
Nuss-Produkte munden lassen.
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Diese
Sichtweise und unser Bewusstsein um den
Reichtum an Schätzen, die uns Erdgeschichte,
Natur, Kultur und die fleißige Hand der
Vorfahren geschenkt haben, ließen Pläne und
Konturen reifen, den Naturpark Südeitel und
den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark zu schaffen“.
Dem
ist nichts hinzuzufügen, außer: Überzeugen Sie sich selbst
von dem, was der Autor uns so plastisch beschrieben hat. Sie werden eine
Landschaft kennen lernen, die ihresgleichen sucht.
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