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Stadt Neuerburg |
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Homepage: www.neuerburg-eifel.de Allgemeines: 1755 Einwohner; 339 Meter Höhe ü. N.N.; Gemarkungsfläche: 1022 Hektar Geschichte: Die Stadt Neuerburg, die sich windgeschützt im Enztal verbirgt, wird überragt von der majestätischen Burg, dem Wahrzeichen der Stadt. Nach der Überlieferung wurde sie als eine Fluchtburg der Prümer Mönche, die vor den Scharen der räuberischen Normannen in die dichten Ardennenwälder flüchteten, um die Mitte des 9. Jahrhunderts gegründet. Zahlreiche Herrschergeschlechter, die Neuerburger, die Kronenburger, die Rademacher, die Virneburger und die Manderscheider teilten sich im Laufe der Geschichte die Herrschaft über Burg und Land. Bereits während der Herrschaft der Neuerburger, um 1200, war das Neuerburger Land ein Lehen des Grafen von Vianden, der es wiederum als Lehen vom Luxemburger Grafen erhalten hatte. Schwere Schäden erlitt die Burg während des spanischen Erbfolgekrieges und der Kriege unter Ludwig XIV. Am 3. Mai 1692 wurden die Befestigungsanlagen von Truppen unter dem Befehl des französischen Gouverneurs in Luxemburg gesprengt. Hundert Jahre später, während der Französischen Revolution, wurden Burg und Ländereien versteigert. Dies war das Ende der Herrschaft Neuerburg, die über 600 Jahre bestanden hatte. Die noch erhaltenen Teile der Burg wurden vom Hospital aufgekauft und gelangten später in den Besitz der Stadt. Zeitweilig diente das Herrenhaus als Gefängnis und Armenwohnung. Neues Leben begann erst wieder in den Ruinen, als im Jahre 1930 der Jugendbund "Neudeutschland" die Burg in einem Erbpachtvertrag erwarb und sie restaurieren ließ. Wann der Ort Neuerburg gegründet wurde und ob seine Anfänge über die Gründung der Burg hinausreichten, darüber fehlen zuverlässige Überlieferungen. Urkundlich ist nachgewiesen, dass Neuerburg bereits 1323 Pfarrei war. Zur gleichen Zeit besaß Neuerburg Stadtrechte, die jedoch bei Antritt eines neuen Herrschers erneuert werden mußten. Die älteste, uns erhaltene Urkunde über die Stadtfreiheit datiert aus dem Jahre 1332. Friedrich, Graf von Neuerburg und Brandenburg, stellte damals auf Anraten des Königs Johann des Blinden von Böhmen dem Ort Neuerburg den Freiheitsbrief aus, mit dem Bemerken, daß die Bürger in den Genuß der gleichen Freiheiten kommen sollten wie die Bewohner der Städte Vianden und Trier. Wer von auswärts zuzog, mußte sich das Bürgerrecht erkaufen. Seit Erhebung zur Stadt führt Neuerburg ein Siegel mit Wappen; wie hier dargestellt:
Die Bürger schützten ihre Stadt mit einer von sechzehn Türmen bewehrten Mauer. Das von der Stadtmauer umfasste Gebiet stellte nur einen Bruchteil der heutigen Ausdehnung dar. Ganz allgemein kann man sagen, dass der vom Beilsturm aus sichtbare Teil der Stadt zur mittelalterlichen Ansiedlung gehörte und von dieser Stadtmauer umgeben war. Im Laufe der Zeit, besonders nach der Französischen Revolution, war die Tatsache, dass Neuerburg Stadtrechte besessen hatte, so in Vergessenheit geraten, dass es der besonderen Nachforschung des Notars Heß aus Neuerburg bedurfte, um dieses Recht wieder in Erinnerung zu bringen. Auf Grund alter aufgefundener Freiheitsbriefe suchte der damalige Bürgermeister Baden beim Prinzregenten von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm L, von neuem um die Stadtrechte nach, die dann am 26. April 1859 erneuert wurden. Im Laufe der über 660-jährigen Geschichte blieb die Stadt nicht von harten Schicksalsschlägen verschont. In den Jahren 1555 bis 1640 trat die Pest in der Stadt und der Herrschaft Neuerburg auf. Im Jahre 1636 nahm sie solche Ausmaße an, dass ein eigener Friedhof im Wahlerbachtal für die an der Pest Verstorbenen errichtet werden musste. Mehrere Brände suchten die Stadt heim. Am schlimmsten wütete im Sommer des Jahres 1818 ein Brand in der Stadtmitte; 24 Menschenleben waren dabei zu beklagen, 177 Häuser, zum Teil mit Stallungen und Scheunen, wurden ein Opfer der Flammen und 64 Tuchmacherwebstühle verbrannten. So ist es zu erklären, dass in der Stadt nur sehr wenig alte Häuser zu sehen sind. Die blühende Web- und Färbindustrie wurde durch diesen Brand vernichtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Bomben und Artillerie zu 40 % zerstört. Neuerburg ist heute anerkannter Luftkurort, Standort eines Schulzentrums mit Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium, einer Sporthalle, eines Kindergartens und eines Krankenhauses.
Sehenwertes: Burg: Größte noch erhaltene Burganlage des Kreises Bitburg-Prüm, erbaut im 12. und 13. Jahrhundert, mit sehenswerter Burgkapelle (ehemals Rittersaal) und großen Festungsanlagen (Ruinen). Jugendburg und Heim des Jugendbundes "Neudeutschland" Pfarrkirche: erbaut 1492, spätgotisch, zweischiffig, mit schönen Netzgewölben, Wappen in den alten Schlußsteinen und altem Sakramentschrein, Tauf stein aus dem 16. Jahrhundert mit einem kunstvollen Aufbau im Jahre 1995, die Arche Noah darstellend; in der Stützmauer unter und neben dem Glockenturm sogenannte Fußfälle aus Sandstein, die um 1760 geschaffen worden sind; als siebter Fußfall dient die Kreuzigungsgruppe im Tympanon des Kirchenportals aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts; die sieben Fußfälle sind Vorläufer der heutigen vierzehn Kreuzwegstationen. Lehnshaus: heute Pfarrhaus am Burgberg, erbaut 1624, mit gut erhaltenem Turm der früheren Stadtmauer, früher Sitz von herrschaftlichen Lehnsleuten und Beamten Schwarzbildchen: in einem Tälchen unweit der Burg, schwarzes Madonnenbild aus dem 17. Jahrhundert, daneben Johanneskapelle Hospitalskirche: Eligiuskapelle an der Weiherstraße, erbaut in Anlehnung an das Hospital im 15. Jahrhundert, in der Anlage alte Grabdenkmäler Eligiusbrunnen: errichtet 1960 unweit der Hospitalskirche, mit Statue des Hospitalpatrons St. Eligius Kreuzkapelle: letzte Station eines Kreuzweges am Berghang östlich der Stadt, abschnittweise erbaut von 1707 bis 1788, mit drei geschnitzten Altären, im Vorraum eine Grablegungsgruppe Beilsturm: Vorwerk der Stadtbefestigung, erbaut im 16. Jahrhundert, vom Marktplatz und der Beilsbachstraße aus zu erreichen Ehrenfriedhof: alter Friedhof der Stadt, heute Ruhestätte für 900 Gefallene des Zweiten Weltkrieges, schöne Parkanlage Kanzel: Aussichtsplateau am Berghang mit großartigem Rundblick Wasserfall: an der Mühlenbrücke, bei reichlicher Wasserführung der Enz imposanter Anblick, einst Wasserstau für die gräfliche Mühle, mit Johannesplatz und Statue Johannes des Täufers (1992) Hexentanzplatz: am Mühlenwald, von Bäumen umstandener Platz, genannt in zahlreichen Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts Privatkapelle auf Hof Daudistel /bei Neuerburg; Die Kapelle muss nach einer eingearbeiteten Zahl am Dachkreuz 1676 erbaut worden sein. Sie ist dem hl. Quintinus geweiht. Windpark am Görgenhof Freizeitmöglichkeiten: dichtes, markiertes Wanderwegenetz, Erlebnisfreibad "Aqua-Fun" mit 65 m langer Riesenrutsche, priv. Hallenbad mit Sauna, Solarien, Fitness-Center, Angeln, Reiten, Kegelbahn, Tennisanlage, Sportplatz und Sporthalle, Camping, Grillhütten, Spielplatz, Stadtbücherei, Waldlehrpfad, Aussichtsturm, Stadtpark Veranstaltungen: Kirmes: 1. Wochenende im September |
Burg
Beilsturm
Lehnshaus (jetziges Pfarrhaus)
Markplatz |